The Documenta-Files (3) – Ibon Aranberri – Política hidráulica

“Ah, die Abstellkammer!” ist wohl einer der ersten Gedanken, von denen ich spontan erfaßt werde, als ich einen Eckraum der Neuen Galerie betrete und unvermittelt mit ca. 40 scheinbar achtlos an die Wand gestellten Landschaftsfotografien mit Panoramencharaker konfrontiert werde. Aber nein, es ist Ibon Aranberris Política hidráulica, ein Monument sicherlich immenser politischer Aussage…
Äh, nun ja, es sind Fotos von Staudämmen. Von großen Staudämmen. Die Anordnung irritiert weitaus mehr als die Fotos an sich. Trotzdem: Irritiert werden macht überaus großen Spaß, und deswegen taucht das hier auf.
Tja, es ist nicht immer leicht zwischen Kunst und Bullshit zu unterscheiden…
Muss man das denn?
Ich glaube “muss” ist das falsche Verb. Viel interessanter wäre ja die Frage nach dem “kann”. Und da muss man sagen, dass man das seit ca. hundert Jahren eben nicht mehr kann.
Wenn man den Spruch mit der Kunst im Auge des Betrachters ernst nimmt und sich von jeglichem Objektivitätsdenken verabschiedet, ist das meiner Ansicht nach sehr wohl noch möglich: Es ist z.B. eine Kunst, mich zum Schmunzeln zu bringen oder mich eben einfach nur zu irritieren.
Aber Kunst will ja oft irritieren, seltener zum Schmunzeln bringen.
Man KANN also unterscheiden, muss aber nicht? Man tut es sowieso…
P.S. Die neue von Nils Landgren ist klasse…