Thalheimer – Orestie – Deutsches Theater

Im Vordergrund wälzt sich die Ästhetik über die Bühne – aber sie hat ein Problem.
Im Vordergrund wälzt sich die Ästhetik als halbtoter menschlicher Fortschrittsbalken über die Bühne – aber sie hat ein Problem.

Update: To all new hungarian readers: Isten hozott!

Wenn sich der letzte Rest Ästhetik in Form von Henning Vogts Körper blutüberströmt über die Bühne schleppt, kann man sich sicher sein, sich in einer äußerst langweiligen und unansehnlichen Inszenierung zu befinden: Der Orestie des Aischylos, inszeniert von Thalheimer im DT.

Ja, ich weiß, die Vorlage gibt nicht viel her, es wird geschlachtet und es dauert lang. Trotzdem: Weiterzuschlachten, ein bisschen Geschrei einzubauen (in Form des omnipräsenten “Tun. Leiden. Lernen.”, welches der ganz tolle, weil große und nicht etwa gute Chor aus dem zweiten Rang ins Publikum schreit) und das Ganze mit 600 Litern Kunstblut zu garnieren, bringts irgendwie auch nicht. Einziger Lichtblick: Die Musik von Gitarrist Kalle Kalima, der dem Stück durch die den schreienden Chor begleitenden melancholischen Klänge ein wenig Kill-Bill-Atmosphäre verlieh.

Gespielt war es solide bis großartig, die Spielwütige Constanze Becker als Klytaimnestra überzeugte genau wie das restliche Ensemble. Allein Thalheimer traute sich nur gleichzeitig mit dem Chor auf die Bühne, er wird schon gewußt haben, warum.

Nach der großartigen Werther-Inszenierung im Maxim Gorki war das zweite Stück, dass ich im Rahmen des Theatertreffens erleben durfte, eine herbe Enttäuschung. Schade.

    • Marie
    • May 23rd, 2007

    Die Werther-Inszenierung von Jan Bosse aber gibt es am Maxim Gorki zu sehen, nicht am DT.

  1. das ist wohl wahr. geändert.

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