Seid doch nur ein einziges Mal ein bisschen realis… äh… vernünftig!

Wir müssen uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwann verabschieden.

Sagt nicht irgendwer. Nein, sagt Prof. Dr. Anton Zeilinger, einer der berühmtesten Quantenphysiker unserer Zeit. Das Interview, aus dem obiges Zitat stammt, bezog sich eigentlich nur auf Lokalismus, also auf Örtlichkeit. Diese sollte man aufgeben, denkt man über quantenmechanische Phänomene nach.

Jeder hat doch bestimmt schonmal vom Phänomen der Verschränkung gehört, ein Teilchen wird auf eine bestimmte Art und Weise polarisiert und wie von Geisterhand ändert ein mit diesem Teilchen verschränktes Partnerteilchen seine eigene Polarisation, ohne, dass eine Verbindung zwischen beiden besteht und egal, wie weit sie voneinander entfernt sind. Dieses experimentell nachgewiesene und zur Quantenkryptographie nutzbar gemachte Phänomen führt zu der Aufgabe des Lokalismus, der Ortsgebundenheit.

Nun aber geht Zeilinger weiter und zweifelt die Realität an sich an. Zitat:

Es zeigte sich allerdings, dass es nicht genügte, auf die Annahme der Lokalität zu verzichten. Die Messergebnisse verdeutlichten, dass zumindest Anteile des Realismus aufgeben werden müssen, um nicht in Widersprüche zu geraten.

Spannend.

Filed under Geisteswissenschaft, denn wenn es so weitergeht, sind die Geisteswissenschaftler bald wieder die einzigen Menschen, die die Welt erklären können…

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