Rucksack-Drama
Wir sind um ca. 17 Uhr in Helsinki angekommen, an einem mir völlig unbekannten Flughafen mit einer mir ebensfalls unbekannten, aber sehr empfehlenswerten Fluggesellschaft (Blue1). Nachdem das Gepäck vom Band gegriffen ist, warten wir kurz auf den regelmäßig verkehrenden Shuttlebus in die Stadt und hasten hinein. Nach ca. 15 Minuten macht mich meine Begleitung darauf aufmerksam, dass ich meinen Rucksack nicht dabei habe. Inhalt: Powerbook, Digitalkamera, iPod, eine Stange rote Gauloises, eine Flasche Martini und die Rückflugtickets.
Das schockt. Ich drücke sofort den Knopf, um an der nächsten Haltestelle auszusteigen, wir fahren fünf Minuten später mit der gleichen Buslinie in die Gegenrichtung.
Am Flughafen angekommen, mittlerweile sind die Werte gegengerechnet, fasst die weinerliche Aussage: “Ich habe keine 1000 Euro für ein neues Notebook!” meine Situation gut zusammen.
An der Bushaltestelle steht er nicht, wie ich immer entsetzter feststellen muss. Einige Passanten, die allesamt sehr freundlich reagieren, können mir auch nicht weiterhelfen. Also fragen wir einen Flughafenangestellten, der uns den Weg zum Fundbüro weist. Ich frage in gebrochenem Englisch nach meinem Rucksack, auf die Rückfrage nach dem Inhalt antworte ich: “A Notebook… and an iPod… Cigarettes…”. Da ich im Gesicht der am Tresen stehenden Finnin keine Reaktion erkennen kann, fahre ich fort: “Martini.” Ein Strahlen überführt ihre Miene geradezu. Ich denke: “Oh nein, jetzt fragt sie mich gleich, wie dumm man sein kann, einen Rucksack mit einer Flasche Schnaps an einer finnischen Flughafenbushaltestelle stehen zu lassen…” Stattdessen sagt sie nur: “I think, we got it. Very expensive.” und reicht ihn mir. Ich habe mich selten im Leben gleichzeitig so erleichtert und so bescheuert gefählt.
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