Phasen.
Ich hatte da so eine Phase. Ich wachte morgens auf, duschte mich, verließ das Haus mit relativ neutraler Laune und da waren sie schon… viele kleine und große, dicke und dünne, hübsche und hässliche graue Klötzchen. Ich bestellte bei so einem Klötzchen meinen ersten Milchkaffee und fuhr dann mit dem Auto (übrigens auch grau und klötzern) zur Uni.
Die anderen Autos wurden von anderen grauen Klötzchen gefahren und ich ärgerte mich meist ein wenig über deren Fahrweise, um in der Uni dann von einem anderen Klötzchen den zweiten Kaffee zu bekommen oder ich machte ihn mir eben selbst. Ganz nebenbei, die Kaffeemaschine ist ein grauer Klotz. Und es gibt keine großen Filter.
Jedenfalls, zwischen den vielen grauen Klötzchen, die mir Anweisungen gaben, irgendwas von mir wollten oder mir mit Ratschlägen, Hinweisen und Tipps auf die Sprünge zu helfen versuchten, und mir mit all ihrer gräulich-schwarz-anthrazitären Lebenserfahrung erklärten, wie ich mein Leben so auf die Reihe zu kriegen habe, genau dazwischen, und zunächst ganz unscheinbar, sah sich urplötzlich ein anderes Klötzchen, sehr ansehnlich und schillernd-bunt.
Und das beste ist, dieses Klötzchen ist ansteckend. Seit ich es gesehen habe, wirken die anderen Klötzchen nicht mehr völlig grau, durch ihre Oberfläche schimmert von innen – genau so unscheinbar wie plötzlich – ihre eigene Farbe.
Ich mag es, das Leben.
Das erinnert mich an das Lied “Little Boxes” von Malvina Reynolds…