Marktschreier und Kultur
Wer vermutet, Marktschreiertage hätten nichts mit Theatralität oder gar Kultur zu tun, der liegt schief. Am vergangenen Sonntag gegen 16 Uhr ereignete sich auf dem Trottoir der Berliner Karl-Marx-Alle sehr viel. Aber was genau? Vom Veranstalter geschickt in Szene gesetzt koexistierten ca. 30 Stände in nicht besonders ausgefeilter Harmonie. Deren jeweilige Verkäufer versuchten nun, dem vorbeiziehenden Publikum verschiedene Dinge feilzubieten, die Produktpalette erstreckte sich von der essentiellen Mettwurst übers Duschradio bis zum für solche Ereignisse obligatorischen ledernen Freundschaftsbändchen. Dabei zeichneten sich vier Darsteller als den anderen überlegen aus, vor allem im akustisch-technischen Sinne: Während nämlich ein Großteil der Stände nur aus alten Klapptischen und diesen im Alter nicht nachstehenden Pappkartons, auf denen Ramsch angeboten wurde, bestand, bildeten einige Verkäufer einen “harten Kern”…
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