Mein Castorf-Syndrom

Ich schreibe zu selten. Das tut mir leid und ändert sich hoffentlich, nachdem ich Italienisch (zumindest auf dem Papier), Gitarre und CSS so weit beherrsche, wie ich will. Wobei Gitarre ganz unten auf der Prioritätenliste steht. Zum Thema: Ich war vorgestern im Palast der Republik und habe mir das von Castorf inszenierte “Berlin-Alexanderplatz” angeschaut.

Zur Vorgeschichte ist zu sagen, dass ich in der Volksbühne bisher schon ein paar Castorf-Stücke zu sehen bekommen habe, unter anderem seine Schneekönigen, Kokain und Forever Young. Beim ersten Mal (Kokain) war ich ein wenig überfordert, bisher war ich nur Theateraufführungen gewohnt, die mich zumindest so weit langweilten, dass gegen ein wenig Schlaf nichts einzuwenden gewesen wäre. Was ich vor allem von Kokain behalten habe: Tiere, Kameras und Monitore (welche exzessiv verwendet wurden). Forever Young: Kameras und Monitore. Schneekönigin: Tiere, Schneemaschine. Ich erinnere mich, von einem anderen Stück mit Autos gehört zu haben.
Was macht Castorf diesmal nun anders? Nun, eigentlich nichts: Alle Figuren schreien sich an, schlagen sich oder auch mal die Kulissen und zeichnen dabei ein bizarres Bild von der traurigen Wirklichkeit, welches so sehr gezeichnet wirkt, dass es für mich schon wieder jeder Wirklichkeitsnähe entbehrt. Diesmal verwendet Castorf Tiere, Autos, Kameras, Monitore und die Schneemaschine.
Das Einzige, was wirklich ein wenig anders zu sein scheint als sonst, ist die Verwendung von Film Theatermusik. Man könnte – wäre besagte Musik nicht monoton auf einige wenige Takte zusammengeschnitten und dann geloopt – davon ausgehen, dass man im Kino sitzt, wenn man ihr lauscht. Die Musik, welche sich nicht im Hintergrund befindet, also z.B. das unsägliche Nena-Schloss-aus-Sand-Lied wird immer und immer wieder rigoros abgebrochen, genau wie ich den Nichtgenuss des Stückes abbrach, um relativ kurz nach der Pause, also nach gut 3 Stunden, zu gehen.
Hier bricht dann wohl auch der Text ab, ich muss wieder italienisch lernen, am 13. ist die Klausur und ich kann noch zu wenig.
Also: schlafen.

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